Evangelische Kirche
Harxheim / Gau-Bischofsheim

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Harxheimer ev. Kirche

Gemeindebriefe      

Gemeindebrief 3/2017
September bis November 2017




Wie kriege ich einen gnädigen Gott?

 

Das war die Frage Martin Luthers. Darum ging es ihm. Damit hat er sich lange herumgeplagt,
jahrelang. Und am Ende kam er dann zur reformatorischen Erkenntnis: Nur geschenkt!
Das klingt ganz weit weg. Hat das was mit unserem Leben zu tun? Das ist nicht Ihre Frage, oder? Luther hat deswegen seine Juristen-karriere aufgegeben, ist ins Kloster gegangen. Acht Mal am Tag beten. Hat sich dort kasteit –gefastet, auf dem nackten Boden geschlafen, was es so an Bußübungen gab. Alles, um Gott zu zeigen: Sieh her –mir ist es ernst mit dir.
Ich mühe mich, ja, ich quäle mich, damit
du, Gott, siehst, wie ernst! Luther suchte dieses Gefühl: Gott ist einverstanden mit mir. Und –Ergebnis? Nein, er bekam dieses Gefühl nicht, wie sehr er sich darum auch mühte. Täten wir nicht, uns so eine Mühe zu machen wegen diesem gnädigen Gott –oder?


Unsere Frage heute lautet: Wie kriege ich es hin, mich glücklich zu fühlen? Im Einklang mit mir und meinem Leben, dass ich aus vollem Herzen „ja“ dazu sagen kann. Auf einmal sehen wir: Darum mühen sich viele Leute sehr! Dafür ver-wenden sie viel Zeit, Energie, Geld. Und wo sucht man das nicht alles! „Wenn ich dies und das habe, dann bin ich glücklich“, sagen die einen und gehen in diese Richtung. „Wenn ich dies und das mache, unternehme, dann finde ich es“, sagen andere. „Wenn ich dies oder das kannoder so und so bin (z.B. 20 kg. leichter),
dann bin ich es“, glauben wieder andere. Es gibt eine ganze Ratgeberindustrie (Bücher, Kurse, Gurus) zu dem Thema.

Einer behauptet: „Mach es so wie ich, dann klappt es.“ Ein anderer ruft: „Schau her –so entspannt und glücklich wie ich kannst du auch werden.“ Sehen wir genauer hin, erkennen wir: Der ist nicht wirklich entspannt. Eigentlich geht’s darum, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ein moderner Ablass? Vielleicht ist Martin Luther gar nicht so weit davon weg?

Wenn Gott die Quelle allen Glückes ist, dann heißt einen gnädigen Gott haben: Die Glücksquelle sprudelt bei dir. Auf einmal ist Luthers Entdeckung modern und rückt uns nah auf den Pelz: Du kannst dich anstrengen wie du willst, auch mit deinen Finanzen –du wirst es nicht erreichen auf diese Weise. Das Ganze gibt es nur geschenkt. Nur so. Oder gar nicht. Nicht mal ein bisschen näher kommst du dem mit deiner ganzen Mühe. Man kann sich nur von Gott damit beschenken lassen. Aber die gute Nachricht ist doch:
Gott will es uns schenken! Ganz freigiebig, großzügig –allein aus Gnade. Allein durch den Glauben, weil du glaubst, dass Gott die Quelle allen Glückes ist, fließt es zu dir. Nicht nur einmal 5 Minuten das glauben, sondern damit im Leben Ernst machen –mein Glück kommt von Gott. Und wenn du es spürst, in dir, dann halte inne und denke: Ah, stimmt, von Gott! Und dann sag „danke schön“! Wie kriege ich ein glückliches Leben? Indem ich mich Gott zuwende und es mir von ihm schenken lasse.
Allein aus Gnade. Luthers Entdeckung gilt heute ganz genauso und steht uns genauso offen wie ihm. Gott sei Dank!

Ihr Pfarrer Stephan Sunnus


Zum Titelbild:

Das Briefsiegel des Reformators - die "Lutherrose"

 

 

Gerhard Hust


 


Titelbilder zu den Gemeindebriefen - gemalt von G. Hust

  Segnender ChirstusGb 09/2015 Maria Magdalena  Johannes der Täufer
 

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