Evangelische Kirche
Harxheim / Gau-Bischofsheim

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Harxheimer ev. Kirche

Gemeindebriefe      

Gemeindebrief 4/2017
Dezember 2017 bis Februar 2018




"Gelobet seist du, Jesu Christ, dass du Mensch geboren bist ... Kyrieleis." (EG 23)

 

Martin Luther -2017 ist doch in besonderer
Weise sein Jahr. Dieses Weihnachtslied –es stammt von ihm. Luther hat ja sozusagen das deutsche Kirchenlied erfunden. Dies ist eins seiner früheren Lieder. Sein bekanntestes Weihnachtslied „Vom Himmel hoch, da komm ich
her“ (EG 24) entstand 11 Jahre später. Jede Strophe endet mit diesem seltsamen Wort „Kyrieleis“. Die Konfirmanden tun sich schwer damit. „Kyrie –was?“ Ich spreche langsam die Silben vor: „Kü –ri- e- leis.“ „Was ist das denn? Gibt’s auch Kyrielaut?“ Also, Kyrieleis ist eine
Abkürzung von „Kyrie eleison“. Das ist Griechisch und heißt „Herr, erbarme dich“. Dasselbe bedeutet übrigens auf Hebräisch „Hosianna“. Mit „Herr“ ist natürlich Gott gemeint. Gott, erbarme dich. Das klingt jetzt allerdings wenig nach
Weihnachten. Das klingt mehr nach Not,
Verzweiflung, Trauer. Passt das nicht viel
besser zu Karfreitag?

-„Herr, erbarme dich“, Kyrie eleison –ja, brauchen wir sonst Gottes gnädige Zuwendung und Hilfe nicht? Wenn wir uns in der Welt umsehen: O doch! Da wird Gott gebraucht, an vielen Orten. Wenn wir auf unser eigenes Leben schauen –doch, auch! Wie hilflos und verloren kommen wir uns oft vor auf unserer Wanderung durchs Leben. Jemanden haben, den man um Hilfe bitten kann, das ist gut, besonders, wenn der auch helfen kann. „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?“ (Psalm 121,1). Wenn überhaupt, dann von sehr weit weg. „Kyrielaut“ –da musst du laut schreien, damit dich überhaupt einer hört… -Worauf Luther uns hinweisen will mit diesem „Kyrieleis“ am Ende jeder Strophe, ist dies: Jetzt kannst du es sagen –Kyrieleis- ganz leise kannst du es an der Krippe sagen, „still, still, still, weil’s Kindlein schlafen will“. „Den aller Weltkreis nie beschloss“ –größer als das Universum, unendlich wie Gott selbst- „der liegt in Marien Schoß“ (EG23,3) –und in der Krippe im Stall. „O kommet doch all, zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall.“ Weil ER nämlich da ist, zu dem du – laut oder leise- dein „Herr, erbarme dich“ sagen kannst. „Er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein.“(23,3)

„Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat“ (Psalm 121,2). Da liegt er. In diesem Krippelein. Nicht zu glauben. Aber wahr! Das ist doch die frohe Botschaft von Weihnachten. Dein Ansprechpartner, das Ohr für deinen Ruf nach Hilfe, nach Heilung und Erfüllung ist da. Nicht weit weg. Ganz nah da. Versteht dich –ob laut, ob leise. Kann und will helfen. Die Welt, mein Leben wird in ein anderes Licht getaucht. Nicht mehr länger in Dunkel und Ausweglosigkeit herum stolpern. Warmes, klares, beruhigendes
Licht. „Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt ein neues Schein. Es leucht‘ wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht“(23,4,) –zu Kindern dieses Lichtes. In dessen Schein leben wir. Da ist sein Ohr für unsere hilflosen Bitten. Und ein liebevolles Herz. Wie schön, dass du da bist, Herr, ich brauche deine Hilfe, höre meine Bitten –Kyrieleis.

Ihnen und Ihren Lieben eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Ihr Pfarrer Stephan Sunnus

Zum Titelbild:

Engel haben auf der Bühne des weihnachtlichen Geschehens von Anbeginn an ihren großen Auftritt. Ohne der Engel Schar und ohne die lieben Engel fehlte Entscheidendes zum Licht aus der Höhe und zum himmlischen Glanz. Engel sind zwar unsichtbarr, aber wesenhaft heilig. Ich zögere, sie mit einem Heiligenschein zu umgeben. Ich glaube, den brauchen sie auch nicht.

 

Gerhard Hust


 


Titelbilder zu den Gemeindebriefen - gemalt von G. Hust

  Segnender ChirstusGb 09/2015 Maria Magdalena  Johannes der Täufer
 

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